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Sobibor

Kommt man in Sobibor an oder besser dort wo das Lager früher auf 60 Hektar stand fallen einem als erstes die Gleise, die Rampe und die kleine gelbe verblichene Holzhütte auf mit dem Bahnhofsschild "Sobibor".
Ich weiß nicht ob ich das ganze Dorf gesehen habe - wenn, dann besteht das aus vielleicht 5 Häusern.
 
Zum Lager geht es einen langen geraden Weg durch einen Fichtenwald. Zu dem Zeitpunkt als ich da war, hatten Mücken und Bremsen gerade ihre Fastenzeit beendet. Da ich allein da war trug ich schnell ein summendes Kleid aus ebendiesen kleinen miesen Insekten. Nach 10 Minuten hektisch-wildem-um-mich-schlagens sah ich es ein und gab auf. Mehr als 6 Liter würden die Viecher eh nicht bekommen.
 
Sobibor war wie auch Treblinka im Rahmen der Aktion Reinhard aufgebaut und war ein Vernichtungslager.
Die Zahlen der hier umgekommenen schwanken stark zwischen 100.000 und 250.000, da auch hier alles vernichtet wurde und das Lager dem Erdboden gleich gemacht wurde.
Ist man am Ende des Weges angekommen steht - zu dem Zeitpunkt als ich dort war ein aus Feldsteinen gemauerter Turm. Vermutlich stand hier das Krematorium oder eine der Gaskammern. Leider ist hier (noch) nicht weiter beschildert bzw. gib es irgendeine Beschreibung.
Das weiße was man auf den Bildern sieht ist Kies und deutet meines Wissens nach die Asche an, die hier vermengt mit Sand verstreut wurde. Auch sieht man hier ein Bild mit meiner Wasserflasche. Keine Ahnung warum.
 
Auch in Sobibor kam es zu einem Aufstand - genauer am 14. Oktober 1943. Angeführt von einem Juden und einem gefangenen Rotarmisten. Während der Aktion wurden ab 16 Uhr 12 SS - Angehörige und 2 Trawniki Männer getötet.
Bei der Flucht starben ca 165 Häftlinge im Maschinengewehrfeuer oder durch die Minen die rund um das Lager ausgelegt waren. 200 Gefangene schafften es in den nahe gelegenen Wald. Nur 47 Gefangene überlebten den Krieg und wurden später zu Zeugen in verschienden Prozessen (Eichmann, Sobibor usw.).
Über den Aufstand gibt es einen Film "Flucht aus Sobibor" mit Rutger Hauer in der Rolle des Rotarmisten.
 
Ich geh weiter einen Trampelpfad entlang und gelange an des eigentliche Ende des sogenannten "Himmelsweges". Wer am Eingang des KZ's nach rechts abbiegen musste und somit den "Himmelsweg" betrat kam nicht mehr zurück.
Heute ist dieser Weg eingeschlossen von jungen Tannen und gesäumt mit kleinen Gedenksteinen. Diese Steine sind zumeißt den niederländischen Juden gewidmet die hier umgebracht wurden.
 
Auf dem einen Bild ist ein Plakat abgebildet mit einer Draufsicht auf das Lager wie es für die Zukunft als Gedenkstätte geplant ist.
Unten die gelbe Strasse bin ich von rechts her angekommen und parkte ungefähr dort, wo jetzt der Parkplatz eingezeichnet ist.
Von hier ging ich den diagonalen Weg in Richtung Gedenkstätte bis zu dem weßen Kies. Von hier dann den schmalen oberen Weg wieder zurück.
 
Im großen und ganzen sieht man hier nichts mehr an Gebäuden oder Grundrissen - nur der Himmelsweg, der ist geblieben.
 
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